Neue Kinofilme sollen schneller ins Streaming

Die Kinofilme der Universal Studios werden schon bald drei Wochen nach Veröffentlichung eine Streaming-Auswertung erhalten können. Eine neu getroffene Einigung zwischen den AMC Theatres und Universal Pictures wird dies ermöglichen. Die langfristigen Auswirkungen auf das Kino die dieser Deal mit sich bringen wird sind noch nicht absehbar.

Das Auswertungsfenster wird kleiner

Die Universal Picture Filmstudios konnten ihren seit Monaten andauernden Streit mit der Kinokette AMC Theatres endlich beilegen. Beide Parteien führten seit Monaten einen Streit darüber, wie lange die Erstauswertungsrechte für neue Kinofilme durch Kinoketten andauern sollen.

AMC teilte in einer Pressemitteilung mit, dass Kino-Fenster – vorerst nur in den USA – deutlich zu verkürzen und damit teilweise auf die Forderungen von Universal einzugehen.

Statt bisher 75 Tagen, dürfen Filme von Universal nun bereits 17 Tage nach Kinostart auch online auf Streamingportalen erscheinen. Somit wird das Fenster für die Heimkino Auswertung erheblich verkürzt und die potentiellen Einnahmen für Kinos sinken.

© AMC Theatres
© Universal Studios
© Luis Quintero

Die Zahlen stimmen - leider?

Bereits während der Corona-Krise veröffentlichte NBC Universal den Film “Trolls World Tour” direkt auf allen gängigen Streamingportalen zum Miet-Kauf von 19,99 US-Dollar für 48 Stunden. Laut Aussage von Universal erzielte der Film innerhalb von drei Wochen den selben Erlös wie der Vorgänger (“Trolls”) innerhalb von fünf Monaten – welcher ausschließlich in den Kinos lief. Als Reaktion auf diesen Test kündigte AMC an, zukünftig keinerlei Filme von Universal mehr in seinen Kinos zeigen zu wollen.

Die Einnahmen von Universal beliefen sich in diesen drei Wochen auf geschätzt 77 Millionen US-Dollar, wovon das Unternehmen lediglich 20% an die Betreiber der Streamingportale abführen muss. Dem entgegen steht eine Abgabe von 50% an Kinobetreiber, wodurch der Film zum Vergleich Einnahmen von mindestens 150 Millionen US-Dollar an den Kinokassen hätte erzielen müssen, um eine ähnliche Einnahmenquote zu erzielen.

Die durch die anhaltende Corona-Krise veränderte Verhandlungsposition soll nun dazu geführt haben, dass AMC einem angebotenen Deal zustimmen musste. Der Deal sieht vor, dass Filme vorerst nur zur “Miete” angeboten werden und die Preise hierfür auch erst nach drei Monaten fallen dürfen. Weiterhin beinhaltet der Deal eine Beteiligung der Einnahmen für AMC in unbekannter Höhe. Der ersten Stellungnahme von AMC ist nicht zu entnehmen wie lange die Vertragsdauer des neuen Deals mit Universal ist.

Die langfristigen Folgen

Die Konsequenzen die sich langfristig für Kinoliebhaber aus dieser Vereinbarung ergeben sind noch nicht absehbar, lassen jedoch wenig gutes erhoffen. Sollte die Corona-Krise weiter anhalten, werden weitere Filmstudios ähnliche Verhandlungen führen wollen.

Besonders kleinere Kinobetreiber werden durch diese Maßnahmen weitere Einbußen hinnehmen müssen, sollten auch Sie hiervon betroffen werden. Ob von diesem Deal auch kleine Filme und damit das Arthaus Kino an sich betroffen sein wird, wird sich ebenfalls noch zeigen müssen.

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